American Cinema Foundation
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T: 310.889.0742
 

Freedom Film Festival 2002: The Films

Freedom Film Festival Poster

Freedom Film Festival Poster by Wiktor Sadowski © American Cinema Foundation

The Holloway FileDatabase of Russian and Ex-Soviet Union directors

Notes on the Films from the Festival Curator

Wenn das Kino der ehemaligen kommunistischen Länder auf die Geschichte zurückblickt, ist die Erinnerung an die Angst stets gegenwärtig, manchmal lauert sie direkt jenseits des Bildrands. Die American Cinema Foundation (Amerikanische Kinostiftung) rief das Freedom Film Festival (Freedom Filmfestival) ins Leben, um einen kulturellen Dialog über die Themen Demokratie und Freiheit zu initiieren und um uns daran zu erinnern, dass die Kunst die Geschichte zu respektieren hat.

Das Festival des Jahres 2002 umfasst u.a. folgende Filme: "Die Verurteilung des Franciszek Klos", ein Videofilm von Andrzej Wajda, der den persönlichen Niedergang eines Kriegskollaborateurs und Verräters nachzeichnet. "Chico" ist die fiktionale Geschichte eines engagierten, verwirrten kommunistischen Kämpfers, der von Chile bis Kroatien überall im Einsatz gewesen ist. "Ein Platz auf der Erde", das im Nirvana und Wahnsinn einer Moskauer Kommune spielt, porträtiert einen charismatischen Anführer, der sich den natürlichen Gesetzen der gesellschaftlichen Ordnung zu widersetzen versucht. Ein schöner Tag auf dem rumänischen Lande ist der Schauplatz einer Begegnung mit dem Titel "Der Nachmittag eines Folterknechts," einer bedrückenden Betrachtung über Schuld und Erinnerung von einem der größten rumänischen Regisseure aller Zeiten, Lucian Pintilie. "Wahre Geschichten" (Russland/Aserbaidschan) ist eine originelle Bearbeitung von Mikhail Zoschenkos beißender Satire über das Moskau der 1920er Jahre. "Velvet Hangover" lässt die Tschechische Neue Welle der sechziger Jahre wieder aufleben und befasst sich mit dem späteren Schicksal ihrer Gründer. Den ungarischen Regisseur Gyula Gazdag ehren wir für seine Originalität und seinen Mut: In "Der quickende Pflasterstein" (1971) geht es um einen Lehrer, der an der Richtigkeit der sozialistischen Werte zweifelt, die er seinen Schülern zu vermitteln versucht. Das führt uns schließlich zu den listigen, surrealen Allegorien des Films "Zwei Herren in Drei-Viertel-Takt" (1974), der die marxistischen Ideale offen anzweifelt.

In addition, the Freedom Film Festival, in partnership with the Goethe Institut-Los Angeles, presents a series of programs at the Freedom Film Festival in Los Angeles. We will have conversations and screenings with prominent Berliners who played a key role in opening our eyes to the East: Film curators Ulrich Gregor and Erika Gregor, for leading the Forum of Young Cinema; Ron Holloway and Dorothea Moritz, for thirty years of journalism and filmmaking; Volker Koepp, for his honest documentarian's eye; and Manfred Durniok, photographer, director, and Academy Award-winning producer.

 

Der Nachmittag eines Folterknecht

Der Nachmittag eines Folterknecht (An Afternoon With A Torturer)

88 min., 35mm Farbe
Sprache: Rumanisch mit englischen Untertiteln

Regie: Lucian Pintilie
Buch: Lucian Pintilie, Nach "Der Weg nach Damaskus" von Doina Jela
Kamera: Calin Ghibu
Schnitt: Nita Chivulescu
Ausstattung: Calin Papura
Produktion: YMC Productions, Studio for Cinematic Creation of the Romanian Ministry of Culture and National Film Center Filmex Romania Constantin Popescu
Produzent: Yvonn Crenn, Co-Producer
Darsteller: Gheorghe Dinica, Radu Beligan, Ioana Macaria, Coca Bloos, Dorina Chiriac

Kontakt: Dominique Welinski, Y.M.C. Productions
9, rue de la Croix
78250 Mezy/Seine France
Tel.: +33 1 30 99 87 02
Fax: +33 1 30 995312
Email: ymccrenn@aol.com

An Afternoon With A Torturer
Dupa-amiaza unui tortionar
(Romanien / Frankreich 2001)

Über den Film
Dieser ironische, stilvolle Film ist nicht das, was der Titel vielleicht vermuten lässt. Oberflächlich betrachtet sind die Szenen der Geschichte zunächst recht unterschiedlich und einladend: Gefährten auf einer Eisenbahnfahrt durch eine ländliche Gegend, eine Mahlzeit im Freien an einem herrlich sonnigen Tag, selbst angebautes Gemüse und Obst, das so frisch ist, dass man die Frische selbst beinahe schmecken kann.

Doch vor dem sonnigen Hintergrund kommt es zu einer ausschweifenden Unterhaltung zwischen einem Ex-Folterknecht der Securitate, einem ehemaligen Opfer und einer neugierigen Journalistin. Sie reden darüber, wie viel "Handarbeit" nötig war, um während der schlimmsten Exzesse der kommunistischen Ära massenweise Geständnisse zu erzwingen. Ein Nachmittag im verstörend normalen Leben von Frant Tandara (nach den Memoiren des Geheimpolizisten a.D. Franz Tander) bildet die Grundlage eines dramatischen Sketches–einem Impromptu von Moliére nicht unähnlich–von einem der renommiertesten Regisseure Rumäniens. Die zentrale Ironie von Tandaras Begegnung mit dem Opfer und der Journalistin liegt darin, dass der vormalige Herr über die Geständnisse anderer seinen Gästen sein eigenes Geständnis nicht glaubhaft machen kann. Man sieht und hört in diesem Film nichts, was physisch abstoßend ist. Im Gegenteil: Der wirkungsstarke moralische Inhalt von Pintilies " … Folterknecht" wird durch Andeutungen zum Ausdruck gebracht. Vorgeführt auf dem Filmfest in Venedig 2001.

Regisseur Lucian Pintilie
1933 in Rumänien geboren. Sein Film Balanta (The Oak) ist der angesehenste rumänische Film seit langem. Seit 1990 leitet Pintilie das Filmressort des rumänischen Kulturministeriums. Von 1956 bis 1972 war er verantwortlich für dreißig Theaterproduktionen von Stücken von Brecht, Gorki, Tschechov, Max Frisch, Gogol usw., von denen die meisten international auf Tournee gingen. 1972 wurde seine Produktion des Gogol–Stückes "Der Revisor" nach einer Reihe offizieller Warnungen von der Regierung verboten. Nach dem Verbot drehte er seinen ersten Film auf der Grundlage von Ionescos "Das Bild." Anschließend begann er in Frankreich zu arbeiten, insbesondere am Théâtre de la Ville in Paris. Sein Debüt als Operndirektor war Mozarts "Die Zauberflöte" für das Festival in Aix-en-Provence und die Opernhäuser in Lyon und Nizza.

Filme:

Sonntag um 6 (Duminica la ora 6, 1965)
Rekonstruction (Reconstituirea, 1969)
Salonul nr. 6 (Ward No. 6, 1973, Bearbeitung einer Geschichte von Tschechov), Preis der Ökumenischen Jury 1979 in Cannes
De ce trag clopotele, Mitica? (Why Are the Bells Ringing, Mitica?1982) zehn Jahre lang verboten, 1991 in Rumänien zur Aufführung freigegeben
Balanta / Le chene (The Oak Tree,1991) 1992 im Wettbewerb in Cannes
O vara de neuitat (An Unforgettable Summer, 1994) in competition at Cannes 1994
Lumière et compagnie (Lumière and Company, 1995)
Prea târziu (Too Late, 1996) 1996 im Wettbewerb in Cannes
Terminus Paradis(Last Stop Paradise, 1998) Spezialpreis der Jury 1998 in Venedig
Der Nachmittag eines Folterknecht (Dupa-amiaza unui tortionar, 2000)

 

Chico

Chico

108 min., 35mm Farbe
Sprache: Ungarisch, Spanisch, Kroatisch mit englischen Untertiteln, und Englisch

Regie: Ibolya Fekete
Buch: Ibolya Fekete
Kamera: Nyika Jancsó, Mátyás Erdély, Antonio Farias
Ton: Robert Juhasz
Schnitt: Anna Kornis
Ausstattung: Mladen Ozbolt
Produktion: Hunnia Studio, ZDF-ARTE, Maxima Film, Roos Film, with Duna-TV, TV2
Produzent: Sándor Simó (Hunnia Studio), Hans Kutnewsky (ZDF-Arte), Damir Teresak (Maximia Film-HTV), J.J. Harting (Roos Film)
Cast: Eduardo Rózsa Flores, Sergio Hernandez, Richie Varga

Contact: Katalin Vajda, Magyar Filmunio
Varosligeti fasor 38
H-1068 Budapest
Hungary
Tel.: +36 1 351 7760
Fax: +36 1 352 6734
Email: filmunio@elender.hu

Ungarn/Deutschland/Kroatien/Chile 2001

Über den Film
Wer kann sich nach dem Ende des Kalten Krieges noch als kommunistischer Revolutionär betrachten? "Chico" ist die kontroverse, erfundene Geschichte eines in Lateinamerika als Sohn europäischer Kommunisten geborenen lebenslangen Guerilla-Kämpfers, dessen familiär-politischer Hintergrund ihn in einen Zustand ideologischer Verwirrung versetzt. Dieser tödliche Don Quixote, wie ihn sich die Autorin und Regisseurin Ibolya Fekete vorstellt, ist bei jedem Konflikt präsent: vom Zusammenbruch der Regierung Allende in Chile bis hin zu den Kämpfen an der Front zwischen Serben und Kroaten in den 90-er Jahren. Lenin bezeichnete gewalttätigen, übermäßig idealistischen "linken Kommunismus" als eine kindliche Geistesstörung. Das Harte und Schreckliche von Chico, der Figur, und "Chico," dem Film, geht zurück auf eben diese Art von motivloser, krankhafter Rebellion. Der Film ist weder ein Dokumentarfilm über den Krieg in Kroatien noch ein filmisches Essay über den Kommunismus, sondern das Porträt einer bestimmten Art von Außenseiter-jener Art, derer sich diejenigen gerne bedienen, die Geschichte eingehen möchten. Gewinner der Auszeichnung "Bester Regisseur" auf dem Internationalen Filmfestival in Karlovy Vary 2001.

Regisseurin Ibolya Fekete
Ibolya Fekete wurde 1951 geboren und studierte ungarische und russische Literatur und Linguistik an der Lajos Kossuth-Universität in Debrecen. 1980 begann sie bei den Hunnia Studios, wo sie unter anderem Co-Autorin der Drehbücher von György Szomjas war. 1990 drehte sie ihren ersten Dokumentarfilm. Ihr Spielfilmdebüt, Bolse Vita (1996), fing die chaotische Stimmung der damaligen Zeit ein und erhielt internationale Auszeichnungen.

Die Filme:

Berlin and Back (Berlinböl Berlinbe, 1990)
Children of the Apocalypse 1-2 (Az Apokalipszis gyermekei I-II., 1992)
Bolshe Vita (Bolse Vita, 1996)
Grand Prize, FIPRESCI Prize, Sochi
Grand Prize , Don Quijote-Prize, Cottbus
Prix Europa: European Parliament's
Special Prize, Berlin
Satyajit Ray-Prize, London

 

Verurteilung des Franciszek Klos

Verurteilung des Franciszek Klos (The Condemnation of Franciszek Klos)

93 min., Beta SP, Farbe
Sprache: Polnisch mit englischen Untertiteln

Regie: Andrzej Wajda
Buch: Andrzej Wajda, Zygmunt Malanowicz. Nach der Erzählung von Stanislaw Rembek
Kamera: Bartosz Prokopowicz
Musik: Stanislaw Radwan
Schnitt: Katarzyna Rudnik
Ausstattung: Halina Dobrowolska, Agnieszka Bartold
Produktion: AKSON Film Studio für Telewizja Polska S.A., Agencja Filmowa
Produzent: Slawomir Rogowski
Darsteller: Miroslaw Baka, Grazyna Blecka-Kolska, Maja Komorowska, Andrzej Chyra, Krzysztof Globisz, Artur Zmijewski

Kontakt: Malgorzata Cup
Telewizja Polska S.A., Poltel Ent.
Ul. Woronicza 17
00-999 Warsaw, Poland
Tel.: +48 22 547 61 39
Fax: +48 22 547 7583
Email: malgorzata.cup@waw.tvp.pl

The Condemnation of Franciszek Klos
Wyrok na Franciszka Klosav
(Polen, 2000)

Über den Film
Während der Besetzung Polens im Krieg versucht der Kleinstadt-Polizist Klos seine deutschen Wurzeln auszunutzen, um den Vertrauensstatus als Volksdeutscher zu erlangen. Er übernimmt jede Aufgabe und ist dermaßen darauf aus akzeptiert zu werden, dass er bald sogar seine militärischen Herren an Grausamkeit übertrifft. Als er zum ersten Mal einen Polen tötet, verschwinden seine wenigen verbliebenden Skrupel, und er nimmt begeistert an Massenverhaftungen und Ad-hoc-Hinrichtungen teil. Sein abstoßendes Leben ist von Dummheit und Alkohol gekennzeichnet, sein Familienleben ist ein Scherbenhaufen, und der Dorfpfarrer ist ohne Mitgefühl. Schließlich nimmt sich der polnische Widerstand diesen armseligen Opportunisten vor. Diese Arbeit von Andrzej Wajda für das polnische Fernsehen ist die bislang schroffste Antwort auf die Forderung einiger Kritiker, der polnische Film müsse sich umfassender mit allen Aspekten der Landesgeschichte auseinander setzen. Der Film erinnert an Louis Malles "Lacombe, Lucien," ebenfalls eine Geschichte über einen verlorenen Dummkopf, der sich zu spät über den Preis seines Verrats klar wird. Aber in seiner erbärmlichen Menschlichkeit erinnert Franciszek Klos mehr an Gyppo, den Alkoholiker und verräterischen IRA-Terroristen aus John Fords "The Informer" (Der Informant). Wajdas Inszenierung und Kameraarbeit, ebenso klassisch wie die von Ford, leiten sich ab aus einem ähnlichen katholischen Verständnis von moralischer Gewissheit und unvermeidlicher Bestrafung.

Regisseur Andrzej Wajda
Wajda, 1926 in Suwalki (Polen) geboren, studierte von 1946 bis 1950 Malerei an der Akademie der Schönen Künste in Krakau und absolvierte später die Staatliche Filmschule in Lódz. Sein Spielfilmdebüt hieß Eine Generation (1954). Von 1972 bis 1983 war Wajda Künstlerischer Leiter der Zespóly Filmowe in Warschau. Während dieser Zeit fungierte er außerdem als Präsident des Verbandes Polnischer Filmemacher. 1989 und 1990 war Wajda Geschäftsführer des Warschauer Powszechny-Theaters und von 1989 bis 1991 Senator. Seit 1997 ist er Mitglied der "Academie des Beaux-Arts" des Institute de France. Ferner ist Wajda Mitglied der Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS), der deutschen Akademie der Künste sowie Ehrenmitglied der British Film and Television Academy (BAFTA). Seine Filme haben zahllose Preise auf Filmfestivals in Berlin, Venedig, Valladolid und Moskau gewonnen. Drei seiner Filme (Das gelobte Land, Die Mädchen aus Wilko und Mann aus Eisen) wurden für den Oscar nominiert. Ausgezeichnet wurde er unter anderem mit der Medaille der Französischen Ehrenlegion, dem Felix der Europäischen Filmakademie (1990), dem Silbernen Bären in Berlin (1996), dem Goldenen Löwen in Venedig (1998), dem Polnischen Filmpreis und im Jahre 2000 mit einem Oscar für sein Lebenswerk. 1987 verlieh ihm die Inamori-Stiftung den Kyoto-Preis. Mit dem Preisgeld errichtete er das Zentrum für Japanische Kunst und Technik "Manggha" in Krakau. 1999 erhielt Wajda den Freedom Award der American Cinema Foundation. Als Theaterdirektor kooperiert er mit dem Krakauer Stary-Theater.

Seine Filme im Einzelnen sind:

Eine Generation / A Generation / Pokolenie (1954)
I Go Towards The Sun / Ide ku sloncu (1955)
Der Kanal / Canal / Kanal 1956)
Asche und Diamant / Ashes and Diamonds / Popiól i diament (1958)
Lotna (1959)
Die unschüldigen Zauberer / Innocent Sorcerers / Niewinni czarodzieje (1960)
Samson (1961)
Blut der Leidenschaft aka Lady Macbeth aus Sibirien / Siberian Lady Macbeth aka Fury Is a Woman/ Sibirska Ledi Magbet (1962)
Liebe mit zwanzig: segment "Warschau" / Love At Twenty (segment "Milosc dwudziestolatków") / Milosc dwudziestolatkow (1962), Legionäre (Aschen) / Ashes / Popioly (1965)
Die Pforten des Paradiesese / Gates to Paradis / Vrata raja (1967)
Organitäten / Roly Poly aka Layer Cake / Przekladaniec (1968, TV)
Alles zu Verkaufen / Everything for Sale / Wszystko na sprzedaz (1969)
Jagd auf Fliegen / Hunting Flies / Polowanie na muchy (1969)
Landschaft nach der Schlacht / Landscape After Battle / Krajobraz po bitwie (1970)
Der Birkenwald / The Birch Wood / Brzezina (1970)
Pilatus und anderen - ein Film für Karfreitag / Pilate and Others / Pilat i inni (1972, TV)
Die Hochzeit / The Wedding / Wesele (1973)
Das gelobte Land / The Promised Land / Ziemia obiecana (1974)
Die Schattenlinie / The Shadow Line / Smuga cienia (1976)
Mann aus Marmor / Man of Marble / Czlowiek z marmuru (1977)
Einladung zur Besichtigung von Inneräumen / Invitation To the Inside / Zaproszenie do wnetrza (1977)
Ohne Betäubung / Without Anesthetic / Bez znieczulenia (1978)
Die Mädchen aus Wilko / The Maids of Wilko / Panny z Wilka (1979)
Der Dirigent / The Orchestra Conductor / Dyrygent (1980)
Mann aus Eisen / Man of Iron / Czlowiek z zelaza (1981)
Danton (1983), Eine Liebe in Deutschland / A Love in Germany / Milosc w Niemczech (1983)
Chronik einiger Liebesunfälle / Chronicle of Amorous Incidents / Kronika wypadków milosnych (1986), Die Dämonen / The Possessed / Les Possédés / Biesy (1988), Korczak (1990)
Ring mit Geknöntem Adler / The Ring with a Crowned Eagle / Pierscionek z orlem w koronie (1992)
Nastasja (1994)
Karwoche / Holy Week / Wielki tydzien (1995)
Fräulein Niemand / Miss Nobody / Panna Nikt (1996)
Pan Tadeusz (1999)
Verurteilung des Franciszek Klos / Condemnation of Francisezk Klos / Wyrok na Franciszka Klosa (2000, TV)

 

Ein Platz auf der Erde

Ein Platz auf der Erde (A Place on Earth)

125 min., 35mm Schwarzweisse
Sprache: Russisch mit englischen Untertiteln

Regie: Artur Aristakisyan
Buch: Artur Aristakisyan, Irina Shubina
Kamera: Grigory Yablochnikov
Musik: Robert Wyatt, Vincenzo Bellini
Schnitt: Natalia Tapkova, Natalia Sazhina
Produktion: Ministry of Culture of Russia, "ABA" Studio, New Cinema Fund
Produzent: Alexander Eliasberg
Darsteller: Anna Chernova, Vitaliy Khaev, Nonna Grishaeva, Inna Verbitskaya, Roman Atlasov

Kontakt: Polina Zhuravleva, Intercinema-Art Agency Druzhinnikovskaya 15
123242 Moscow, Russia
Tel.: +7 095 255 9082
Fax: + 7 095 255 9052
Email: intercin@edunet.ru

Über den Film
Der Regisseur Artur Aristakisyan bedient sich einer filmischen Form, die für Liebhaber des Kunstfilms allerorten sofort erkennbar ist. Seine philosophischen Ideen jedoch geben dem russischen Film eine komplett neue Richtung: Er fragt, ob der Vorschlag verrückt sei, die Gesellschaft nach den Prinzipien Liebe und Selbstaufopferung neu zu erschaffen. Der charismatische Anführer einer fiktionalen Moskauer Kommune scheint auf den ersten Blick ein bekannter Typus zu sein-ein idealistischer Hippie und heiliger Narr. Sein Bedürfnis, jede Beschränkung, jede Konvention der modernen gesellschaftlichen Ordnung in Frage zu stellen, führt letztendlich zu tragischen Ergebnissen. Die kleine Gruppe von Außenseitern schafft ihr eigenes Umfeld von Nirvana und Verrücktheit, kann aber der willkürlich eindringenden Außenwelt nicht entkommen.

Regisseur Artur Aristakisyan
Artur Aristakisyan 1966 in Chisinau (Moldau) geboren. Dies ist zwar erst Aristakisyans zweiter Film, doch gilt er bereits heute als einzigartiger Künstler, dessen Potenzial, ein führender visionärer Filmemacher zu werden, unübersehbar ist. Er brauchte acht Jahre, um zur Moskauer Filmschule (VGIK) zugelassen zu werden. Sein dortiger Professor stellte ihn vom Unterricht frei und ließ ihn unabhängig arbeiten. Das Resultat, Handflächen (Ladoni, 1994), gewann den Nika (den russischen "Oscar") für den besten Dokumentarfilm, einen Preis für seinen Beitrag zur Filmsprache in Taormina, den Forum Grand Prix und den Wolfgang Staudte-Filmpreis in Berlin. Ein Platz auf der Erde wurde 2001 in Karlovy Vary mit dem Freedom Prize ausgezeichnet und zur Aufführung auf dem Sundance Filmfestival 2002 ausgewählt. Beide seiner Filme wurden auf den Filmfestspielen in Cannes für die Quinzaine des réalisateurs ausgewählt.

 

Zwei Herren im Drei-Viertel-Takt

Zwei Herren im Drei-Viertel-Takt (Singing On The Treadmill)

76 min., 35mm Farbe
Sprache: Ungarisch mit englischen Untertiteln

Regie: Gyula Gazdag
Buch: Gazdag, Miklós Györffy
Kamera: Elemér Ragályi
Musik: arranged by Ferenc Gyulai Gaál
Schnitt: Zsuzsa Csákányi, Gazdag
Ausstattung: József Romvári
Produktion: Hunnia Filmstúdió, Mafilm
Produzent: Tibor Dimény
Darsteller: Evald Schorm, István Iglódi, Lili Monori, Róbert Koltai, Judit Pogány

Kontakt: Gyula Gazdag c/o
UCLA Dept of Film, TV and Digital Media
405 Hilgard Avenue
Los Angeles, CA 90095
Tel.: +1 310 206-6896
Fax: +1 310 825-3383
Email: ggazdag@tft.ucla.edu

Singing On The Treadmill
Bástyasétány 74
(Ungarn, 1974)

Über den Film
"Zwei Herren im Drei-Viertel-Takt" macht sich mit großem Mut über die Ansprüche des sozialistischen Realismus der 50-er Jahre lustig und spottet über die Filmkonventionen von Eastern und Western. Es ist das absurde Abenteuer von vier gierigen, sich misstrauisch beäugenden Paaren, denen der gemeinsame Besitz an einem heruntergekommenen Haus anvertraut wird. In einer amerikanischen Mittelklassekomödie würden sie lernen mit ihren Schwierigkeiten fertig zu werden, das Haus in Teamarbeit wieder hochzubringen und es umgehend in eine profitable Attraktion verwandeln, bevor die Kredite ablaufen. Aber die Geschichte spielt im kommunistischen Ungarn, wo die neuen Gesetze des Staates die alten Gesetze menschlichen Zusammenlebens niederreißen. Gyula Gazdags durchdachte Kritik am Alltagssozialismus, die in seinem Film "Der Quickende Pflasterstein" in formalen Schwarzweißbildern eingefangen wird, wird hier mit Hilfe von Farbe, Satire, Surrealismus und dem offenen Skeptizismus an der von Marx beschriebenen Fähigkeit des Menschen, seinen eigenen politischen Idealen gerecht zu werden, wiedergegeben.

Regisseur Gyula Gazdag
Gyula Gazdag ist sowohl als Filmemacher wie auch als Initiator von Produktionen eines der wertvollsten Juwele Ungarns und Amerikas. Er ist Professor und ehemaliger Zweiter Vorsitzender Produktion der Fakultät für Theater, Film und Fernsehen an der UCLA (University of California, Los Angeles) sowie Artistic Director des Filmmakers Lab und des Central European Screenwriting Institute am Sundance Institute in Utah. Von 1990 bis 1993 war er Leiter des Fachbereiches Film und Fernsehen an der Ungarischen Akademie für Theater, Film und Fernsehen, an der er von 1985 an lehrte. Von seiner ersten Produktion an zeigte Gazdag in seinen Filmen Alltagssituationen mit einem feinen Sinn für Humor und einem Verständnis für menschliche Schwächen. Das führte häufig zu Vorführverboten. In den Jahren seit damals hat die ungarische Regierung ihm ihre Wertschätzung gezeigt, indem sie ihm 1987 mit dem Béla Balázs-Preis auszeichnete, 1989 zum Verdienstvollen Künstler ernannte und 1997 das Verdienstkreuz der Ungarischen Republik für seine künstlerischen Leistungen verlieh.

Die Filme:

Der Langenstreckenläufer (Hosszú futásodra mindig számíthatunk, 1969, Ungarn)
Die Auswahl (A Válogatás, 1970, Ungarn. Verbot öffentlicher Vorführungen bis 1982)
Der Quickende Pflasterstein (A Sípoló macskakö, 1971, Ungarn. Verbot öffentlicher Vorführungen bis 1979)
Der Beschluss (A Határozat, 1972, Ungarn. Verbot öffentlicher Vorführungen bis 1984)
Zwei Herren in Dreivierteltakt (Bástyasétány 74, 1974, Ungarn. Verbot öffentlicher Vorführungen bis 1984)
Der Tausch (A kétfenekö dob, 1977, Ungarn)
Der Langenstreckenläufer II (Hosszú futásodra mindig számíthatunk II., 1977, Ungarn. Vorführverbot vor Fertigstellung)
Verlorene Illusionen (Elveszett illúziók, 1982, Ungarn)
Das Bankett (A Bankett, 1979, Ungarn. Verbot öffentlicher Vorführungen bis 1982.)
Die Gruppenreise (Társasutazás, 1984, Ungarn)
Ein Ungarisches Märchen (Hol volt, hol nem volt, 1987, Ungarn)
Eine Geiselgeschichte (Stand Off, 1988, USA)
Chroniques hongroises I-II. (Hungarian Chronicles,1991)
A Poet on the Lower East Side: A Docu-Diary on Allen Ginsberg (1997, USA)

 

Wahre Geschichten

Wahre Geschichten (True Stories)

80 min., 35mm Schwarzweisse
Sprache: Russisch mit englischen Untertiteln

Regie: Murad M. Ibragimbekov
Buch: Yaroslava Sergieva, basiert auf ingesamt Novellen von Mikhail Zoschenko
Kamera: Vladimir Dmitrievski
Musik: Isaak Shvarts
Schnitt: Galina Dyakonova
Ausstattung: Alexander Zarkov
Produktion: Ibrus und AGA, Brocard, und Azerbaijan Ministry of Youth and Sport
Produzent: Mirza-Aga Ashumov
Darsteller: Vladimir Steklov, Kristina Orbakaite, Ludmila Polyakova, Alexei Zharkov, Sergei Nikonenko, Sergei Rubenko

Kontakt: (International) Murad Ibragimbekov
Ibrus
11 Maly Kozikhinsky per.,
103001 Moscow
Russia
Tel.: +7 095 299 7020
Fax: +7 095 299 3880
Email: muradwawawa@hotmail.com

Kontakt: (Deutschland) Uta Ganschow,
Twenty-Twenty Vision
Nipkow Programm
Kurfürstendamm 225, D-10719 Berlin
Tel.: +49 30 16142838
Fax: +49 30 6142826
Email: nipkow-programm@T-online.de

True Stories
Istinnye Proissestvija
(Aserbaidschan / Russland, 2000)

Über den Film
Der junge Azeri-Direktor Murad Ibragimbekov stellt sich die bekannten Geschichten des Satirikers Mikhail Zoschenko aus der Lenin-Ära als frühen Tonfilm vor. Wie ein Traum über die 20-er Jahre in Moskau bewegt sich "Wahre Geschichten" innerhalb einer miteinander verflochtenen Gruppe von Großstadtmenschen, zu der ein Elektriker, eine alternde Schönheit und ein Trupp lästiger Bürokraten zählen. Als Vladimir für einen schnellen Schnitt zu einem Friseur an der Ecke geht, spricht er beispielsweise, als würde er eine Rede deklamieren und eifert dabei der kratzigen Stimme der Grammophone nach. Durch Einblendung von Archivaufnahmen mit ausgedehnten Vorträgen über die Wahrhaftigkeit der Regierung wird es nach und nach unmöglich, zwischen den Lebenden und den Toten zu unterscheiden... Ibragimbekov besitzt einen ausgeprägten Sinn für visuellen und akustischen Humor, der Zoschenkos Witz ergänzend unterstreicht und nicht selten ein Gefühl für politische und historische Zusammenhänge vermittelt, das nach Zoschenkos Zeit geradezu weise anmutet. Präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Nipkow Programm.

Regisseur Murad Ibragimbekov
Murad Ibragimbekov wurde 1965 in Baku (Aserbaidschan) geboren. Er erwarb 1989 einen akademischen Grad an der Moskauer Filmschule (VGIK), wo er am Workshop von I. Talankin teilnahm.

Die Filme:

Rusya (1987, short)
One For Everybody (1988, short)
Dunduklei (1989, short)
Waltz of the Golden Calf (Wals colotjach telzow, 1992)
A Man for a Young Woman (Muzhchina dlya molodoj devushki, 1996)
Wahre Geschichten / True Stories (Istinnye Proissestvija, 2000)

 

Sametová Kocovina

Sametová Kocovina (Velvet Hangover)

144 min., Beta SP Farbe
Sprache: Englisch, und Tschechich mit englischen Untertiteln

Regie: Robert Buchar, David Smith
Kamera: Buchar
Schnitt: Buchar
Produktion: Hangover Productions
Produzent: Buchar
Darsteller: Jaroslav Boucek, Jaroslav Brabec, Vera Chytilová, Sasa Gedeon, Jiri Krejcik, Antonín Mása, Jiri Menzel, Stanislav Milota, Jan Nemec, Ivan Passer, Jan Sverák, Karel Vachek, Drahomírá Vihanová, Zuzana Zemanová

Kontakt: (International) Josh Thorson, festival coordinator
The Cinema Guild
130 Madison Avenue, 2nd Floor
New York, NY 10016-7038 USA
Tel.: +1 212 685 6242 Fax: +1 212 685 4717 E-mail: TheCinemaG@aol.com

Kontakt: (Czech Republic, Slovak Republic) Robert Buchar, Hangover Productions 2232 Grandview Place Grandview, IL 60025 USA Tel. / Fax: +1 847 486 8035
Email: rbuchar@earthlink.net

Velvet Hangover
(USA, 2000)

Über den Film
Fër die meisten Menschen in Europa und in den Vereinigten Staaten stellt die tschechische Neue Welle Mitte bis Ende der 60-er Jahre das dar, was dieses mitteleuropäische Land einen Platz in der Gruppe der Länder mit den bedeutendsten Filmkulturen einnehmen lässt. Unter den tschechischen Regisseuren, die sich weiterhin der großen Kunst dieser Zeit verpflichtet fëhlen, herrscht die Ëberzeugung, dass diese Zeit eine seltene Verquickung von kënstlerischer Freiheit und ziviler Entschlossenheit war. Fër andere wiederum bleibt nichts als die unvergängliche Nostalgie ëbrig, dass es sich um eine außergewöhnliche Periode des Films in der europäischen Filmgeschichte handelte. Der Dokumentarfilm von Robert Buchar und David Smith zeigt Interviews mit vielen der fëhrenden Film- und Kunstschaffenden der 60-er und 70-er Jahre, in denen sie die Gelegenheit bekommen, sich selbst und das zu definieren, was es war, das diese Zeit so besonders machte und wie sie zu Ende gegangen zu sein scheint: zuerst durch den Einmarsch sowjetischer Panzer und dann, zwanzig Jahre später, durch die Invasion von Filmen aus Hollywood und anderer weltweiter Medien. Vera Chytilova, Jiri Menzel, Ivan Passer, Drahomira Vihanova und viele andere sprechen im Interesse der Geschichte.

Regisseur Robert Buchar
Robert Buchar machte 1975 an der Prager FAMU seinen Hochschulabschluss und drehte 15 Filme, bevor er 1980 in die USA flëchtete. Ein Jahr später war er Kameramann bei dem preisgekrönten Kurzfilm Basic Meditation Exercise des Regisseurs George Drasnar. Buchar arbeitete bis 1989 als Videofilmer fër CBS, als er die Einladung erhielt, das Studienprogramm fër Filmkunst am Columbia College in Chicago aufzustellen. Gegenwärtig leitet er dieses Programm und wirkt darëber hinaus als Kameramann bei Independent-Filmen und Werbespots mit. Velvet Hangover ist sein Spielfilmdebët als Regisseur. Zu seinen Filmen zählen: Bear Not to Be (1968); Certainly (1969); The Club (1971); In the Sign of Eagle (1978); The Comets (1979); City in the Center of the City (1979); Etology of Animals (1980); Go West-Sing West (1991); Where are you (1992); The Land of Youth (1992); Granny (1998)

Regisseur David Smith
David Smith begann seine Filmkarriere als Schauspieler. 1990 machte er in der Tschechischen Republik Urlaub und blieb dann vier Jahre. Während seiner Zeit dort drehte er mehrere kurze Dokumentarfilme, die im tschechischen Fernsehen ausgestrahlt wurden. Nach seiner Rëckkehr in die USA 1994 traf er am Columbia College, wo er einen Master of Fine Arts anstrebt, Robert Buchar. Velvet Hangover ist sein Spielfilmdebët.

 

Der Quickende Pflasterstein

Der Quickende Pflasterstein (The Whistling Cobblestone)

96 min., 35mm Schwarzweisse
Sprache: Ungarisch mit englischen Untertiteln

Regie: Gyula Gazdag
Buch: Gazdag, Miklós Györffy
Kamera: Tamás Andor
Musik: original music by Lajos Illés
Schnitt: Gazdag, Annamaria Szanto (Komlóssy)
Ausstattung: József Romvári
Produktion: Stúdió 2, Mafilm
Produzent: Tibor Dimény
Darsteller: Zoltán Paulinyi, János Atkári, András, Monory Mész, Gábor Gergely, Balázs Györe, János Bozsogi, János Xantus, Jean-Pierre Faloux

Kontakt: Gyula Gazdag c/o
UCLA Dept of Film, TV and Digital Media
405 Hilgard Avenue
Los Angeles, CA 90095
Tel.: +1 310 206-6896
Fax: +1 310 825-3383
Email: ggazdag@tft.ucla.edu

The Whistling Cobblestone
A SÍpoló macskakö
(Ungarn, 1971)

Über den Film
Einer der wichtigsten ungarischen Filme der Zeit nach 1968 ist "Der Quickende Pflasterstein," ein Film, an den man sich in Ungarn gut erinnert. Während eines Studien-Sommerlagers für Jungen im Teenageralter kämpft ein ernsthafter Lehrer darum, die Wahrheit sozialer und sozialistischer Werte zu erschließen, die er seinen Schülern zu vermitteln versucht. Der Pflasterstein aus dem Titel ist ein Erinnerungs-stück an die Krawalle von 1968 in Paris und wird den Jungen von einem Besucher des Sommerlagers gezeigt-von einem Franzosen, der an den Krawallen teilnahm und von diesem Blick auf den "wirklich existierenden Sozialismus" verwirrt wird. Trotz der beiläufigen Rahmenhandlung sind die Gedanken des Films nicht nur auf kommunistische Gesellschaften zu beschränken, sondern ernst und grundsätzlich zu nehmen. Der Regisseur Gyula Gazdag scheint zu fragen: Was verdanken wir uns gegenseitig als Bürger? Was verdanken die jüngeren und älteren Generationen einander?

Nur selten ist die mitteleuropäische Version der Jugendkultur der 60-er und 70-er Jahre in so lebhaften und naturalistischen Bildern gezeigt worden. Die Jungen, die von der Erwachsenenwelt hören, sind unbeholfen, heißblütig, ungeduldig und idealistisch. Gyula Gazdag war erst 24 Jahre alt, als er die Regie bei "Pflasterstein" führte, teilte ihren Idealismus, hatte aber bereits gelernt, sich politisch reif und stilsicher auszudrücken.

Regisseur Gyula Gazdag
Gyula Gazdag ist sowohl als Filmemacher wie auch als Initiator von Produktionen eines der wertvollsten Juwele Ungarns und Amerikas. Er ist Professor und ehemaliger Zweiter Vorsitzender Produktion der Fakultät für Theater, Film und Fernsehen an der UCLA (University of California, Los Angeles) sowie Artistic Director des Filmmakers Lab und des Central European Screenwriting Institute am Sundance Institute in Utah. Von 1990 bis 1993 war er Leiter des Fachbereiches Film und Fernsehen an der Ungarischen Akademie für Theater, Film und Fernsehen, an der er von 1985 an lehrte. Von seiner ersten Produktion an zeigte Gazdag in seinen Filmen Alltagssituationen mit einem feinen Sinn für Humor und einem Verständnis für menschliche Schwächen. Das führte häufig zu Vorführverboten. In den Jahren seit damals hat die ungarische Regierung ihm ihre Wertschätzung gezeigt, indem sie ihm 1987 mit dem Béla Balázs-Preis auszeichnete, 1989 zum Verdienstvollen Künstler ernannte und 1997 das Verdienstkreuz der Ungarischen Republik für seine künstlerischen Leistungen verlieh.

Die Filme:

Der Langenstreckenläufer (Hosszú futásodra mindig számíthatunk, 1969, Ungarn)
Die Auswahl (A Válogatás, 1970, Ungarn. Verbot öffentlicher Vorführungen bis 1982)
Der Quickende Pflasterstein (A Sípoló macskakö, 1971, Ungarn. Verbot öffentlicher Vorführungen bis 1979)
Der Beschluss (A Határozat, 1972, Ungarn. Verbot öffentlicher Vorführungen bis 1984)
Zwei Herren in Dreivierteltakt (Bástyasétány 74, 1974, Ungarn. Verbot öffentlicher Vorführungen bis 1984)
Der Tausch (A kétfenekö dob, 1977, Ungarn)
Der Langenstreckenläufer II (Hosszú futásodra mindig számíthatunk II., 1977, Ungarn. Vorführverbot vor Fertigstellung); Verlorene Illusionen (Elveszett illúziók, 1982, Ungarn)
Das Bankett (A Bankett, 1979, Ungarn. Verbot öffentlicher Vorführungen bis 1982.)
Die Gruppenreise (Társasutazás, 1984, Ungarn)
Ein ungarisches Märchen (Hol volt, hol nem volt, 1987, Ungarn)
Eine Geiselgeschichte (Stand Off, 1988, USA)
Chroniques Hongroises I-II. (Hungarian Chronicles,1991)
A Poet on the Lower East Side: A Docu-Diary on Allen Ginsberg (1997, USA)